Jiaogulan – Das verbotene Kraut

Jiaogulan Pflanze

Eins direkt vorweg, das Anpflanzen von Jiaogulan oder Gynostemma pentaphyllum wie die Pflanze auf Latein genannt wird ist natürlich nicht verboten. Dieses Gerücht hat seinen Ursprung in der Novel-Food-Verordnung, denn die getrockneten Blätter dürfen nicht als Tee oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Der ein oder andere sagt über Jiaogulan, es wäre wie Ginseng nur besser. Wie diese Pflanze im eigenen Garten angebaut werden und ein eigener Jiaogulantee zubereitet wird, darum soll es in diesem Artikel gehen. Wer mehr über Inhaltsstoffe und Wirkungen erfahren möchte, kann sich an dieser Stelle informieren.

Die Botanik der Jiagulan Pflanze

Die rund 20 Arten der Gattung Gynostemma stammen aus Asien und zählen zu zu den Kürbisartigen Gewächsen. Die rankende Schlingpflanze wächst in den flachen Regionen Chinas genauso wie in den hohen Bergwäldern auf bis zu 3600 Metern Höhe. Diese Tatsache lässt es schon vermuten: Jiaogulan ist winterhart und zwar bis -18 °C, so kann sie problemlos auch bei uns kultiviert werden.

Die eigentlich 9 Meter langen Ranken werden bei uns deutlich kürzer und erreichen lediglich 2 bis 3 Meter. Im Winter sterben sie ab um Frühling erneut auszutreiben.

Ein Jiaogulan-Blatt besteht aus 5 oder 7 kleineren Teilblättern, so dass die Form der des Hanfes sehr ähnelt. Dieser Wuchsform verdankt Jiaogulan übrigens auch den Spitznamen 5-Finger-Ginseng, denn die 7-blättrige Variante ist deutlich seltener.

Die Geschichte des Jiaogulan

Im 14. Jahrhundert fanden die ersten Aufzeichnungen über Jiagulan statt. Damals ging es jedoch noch nicht um die Heilwirkungen der Pflanze sondern um die Möglichkeiten mit ihr gegen die damals allgegenwärtigen Hungersnöte anzukämpfen.

In die traditionelle chinesische Medizin (TCM) erhielt Jiaogulan erst relativ spät Einzug, wurde dafür aber umso mehr geschätzt. Auf der Internationalen Konferenz der TCM wurde Jiagulan 1993 sogar unter die 10 bedeutsamsten Kräuter gewählt. Dies könnte vor allem damit zusammenhängen, dass in der Provinz Guizhou überdurchschnittlich viele Hundertjährige leben und dies auf den Teekonsum zurückzuführen sein soll. So bekam die Pflanze einen weiteren Namen: Unsterblichkeitskraut.

Mit dem Bekanntwerden der TCM in Europa wächst nun auch bei uns die Bekanntheit von Jiaogulan.

Jiagulan im Garten anpflanzen

Das Kraut ist relativ anspruchslos. Am besten gedeiht es bei etwas höherer Luftfeuchtigkeit in Humusreichen Böden. Lehmböden sind auf Grund ihres Mineraliengehalts und der Bodenbeschaffung nicht so gut geeignet. Möglich und sehr einfach ist ebenfalls die Kultivierung in Kübeln. Werden diese aufgehangen, erleichtert man der Pflanze das Wachstum, da ihre Ranken einfach aus den Töpfen hängen können. Wird die Pflanze auf dem Boden kultiviert empfiehlt sich in jeder Hinsicht ein Rankgerüst.

Am besten werden die Pflanzen im Frühjahr ausgesetzt. Für kleine Exemplare eignen sich Töpfe mit 5 Liter Volumen. Bei größeren dürfen es ruhig 10 sein, so wird sichergestellt, dass immer genug Wasser als Speichervorrat vorhanden ist.

Jiagulan Pflege

Da es die Pflanze lieber etwas feuchter mag, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser geachtet werden. Gedüngt werden kann mit Kompost. Ranken die längere Zeit Bodenkontakt haben treiben recht schnell Wurzeln aus. Auf diese Weise können bei Bedarf neue Setzlinge gewonnen werden.

Junge Pflanzen sollten im ersten Jahr einen Frostschutz aus Laub oder einer Decke über die Wurzeln bekommen. Kübelpflanzen können selbstverständlich hereingeholt werden und zum Beispiel im Wintergarten überwintern. Die alten abgestorbenen Triebe aus dem Vorjahr müssen rechtzeitig im Frühjahr abgeschnitten werden.

Anfällig ist die Pflanze für Mehltau. Leicht braun gefärbte Blätter weisen in der Regel auf einen zu sonnigen Standort in Kombination mit zu wenig Wasser hin.

Ernte der Blätter

So lange die Triebe im Winter nicht abgestorben sind, kann Jiaogulan das ganze Jahr über geerntet werden. Der Tee kann sowohl aus frischen als auch aus getrockneten Blättern zubereitet werden. Das Trocknen sollte schonend bei relativ geringen Temperaturen stattfinden, da wichtige Wirkstoffe sonst verloren gehen können. Es ist außerdem auf einen geringen Anteil Stängel zu achten, so bekommt der Tee ein besseres Aroma.

Tee aus jungen Blättern schmeckt übrigens häufig besser, deshalb sollte besser öfter geerntet werden und dafür nur die jungen Triebe.

Jiagulan Tee zubereiten

Der Tee wird am besten mit heißem Wasser aufgegossen, es sollte jedoch nicht mehr kochen. Am besten wird das Teewasser kurz aufgekocht und dann 2-3 Minuten stehen gelassen. Anschließend kann der Tee zubereitet werden:

  • 1 Teelöffel getrocknete oder 2 Teelöffel frische Jiaogulan Blätter
  • 250 ml Wasser
  • 5 bis 10 Minuten ziehen lassen

Das Aroma des Tees hängt von den Blättern ab. Tee aus frischem Jiaogulan ist milder, schmeckt leicht süßlich und hat eine “Note” Lakritz. Älterer Tee ist weniger süß und dafür herber im Geschmack. Für diesen Unterschied sind die zu den Seifenstoffen gehörenden Saponine. Übrigens hängt das Aroma auch mit der Temperatur des Wasser zusammen, ist der Tee sehr herb, hat man vermutlich zu heiß aufgegossen.

In den oft armen asiatischen Ursprungsländern wird der Tee oft 2 oder sogar 3 mal aus den gleichen Blättern aufgegossen. Die Menschen sind überzeugt es ist besser einen schwachen als gar keinen Jiaogulan Tee zu trinken.

Übrigens eignen sich Jiaogulan Blätter ebenfalls hervorragend als Zutat für Smoothies oder zum Süßen von anderen Tees.

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