Das Kleingewächshaus – Heimat vieler Pflanzenarten

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Ein Gewächshaus soll den sich darin befindlichen Pflanzen ein Optimum an Licht und Wärme vermitteln. Deshalb macht nur ein Standort Sinn, der sonnig und, wenn möglich, auch windgeschützt ist. Über einen Platz unter Bäumen würden Sie sich immer ärgern. Auch von hohen Hecken, Mauern, Trennwänden sollte ein Abstand von mindestens 3-4 m eingehalten werden.

Optimal ist die Ausrichtung mit der Breitseite nach Süden, schon weniger günstig eine Ost- oder Westlage. Nicht akzeptabel ist die Nordlage hinter einem Haus. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist auch die Entfernung zum Haus. Ist sie gering, kann man über einen gut isolierten Anschluss die Hausheizung nutzen. Nur selten reichen deren Reserven für die Mitbenutzung nicht aus.

Behördliche Vorschriften beachten

Kleine Gewächshäuser zur Nutzung mit Pflanzen sind zwar im Allgemeinen genehmigungsfrei, jedoch gibt es eng gezogene Obergrenzen. Deshalb sollten Sie

noch vor dem Kauf des Gewächshauses mit dem Hersteller und bei Ihrem zuständigen Bauamt ein Gespräch über mögliche Vorschriften führen.

Bau formen für jeden Zweck

Beim Durchblättern der Kataloge stoßen Sie mit Sicherheit auf verschiedene Gewächshausformen. Ein Hausbesitzer wird bestrebt sein, mit einem angefügten Pultdach- oder einem Anlehnhaus mehr Platz in Form eines Wintergartens zu erreichen. Der wärmespeichernde Effekt eines Gewächshauses kann dann die Energierechnung entlasten, vorausgesetzt, die im Winter angestrebte Dauertemperatur ist nicht zu hoch. Kübelpflanzen oder Pflanzen der Mittelmeerflora, Azaleen und Alpenveilchen benötigen nur wenige Grade über Null. Bei tropischen Pflanzen sieht die Energierechnung ganz anders aus. In jedem Fall aber sollten Sie diese Möglichkeit nutzen, wenn die vorhandene Hausheizungsanlage auch zum Erwärmen des Gewächshauses herangezogen werden kann.

Demgegenüber sind Bauformen wie das Satteldachhaus überwiegend für die Kultivierung von Pflanzen gedacht und damit freistehend. Es sollte eine ausreichende Stehwandhöhe besitzen, das heißt mindestens 160 cm, und eine ausreichende Firsthöhe, die das Begehen und Befahren, zum Beispiel mit einer Schubkarre, ermöglicht.

Pavillons sind wenig ideal in der Platzausnutzung, die sechs- oder achteckigen Versionen stellen hier hohe Anforderungen an Fantasie und Können der Gewächshausbauer beim Unterbringen von Anzuchten, Arbeitstischen, Heizelementen und allerhand Technik. Rechtecke oder Quadrate sind da wesentlich einfacher einzurichten. Dafür fügen sich Pavillons meist optisch sehr ansprechend in eine Gartenanlage ein.

Interessant, aber selten sind in den Boden hineingebaute Erdhäuser. Leider, kann man sagen, denn das erdnahe Klima bringt nicht nur Energieeinsparung, sondern viele Pflanzen (etwa Orchideen) gedeihen in ihnen sichtbar besser. Mitunter lassen sich auch normale Gewächshäuser in die Erde bauen.

Die Größe des Hauses

Dies ist ein wichtiger Punkt für Ihre Überlegungen. Wählen Sie nicht zu klein! Für die Versorgung einer vierköpfigen Familie reichen 10-12 m2 Grundfläche knapp aus. 15-18 m2 sind eher zu empfehlen, vor allem, wenn neben den Gurken und Tomaten auch noch einige Blumen für den Vasenschnitt gezogen werden.

Die Inneneinrichtung

Wer die ersten Jungpflanzen gesät und pikiert hat, wird schnell merken, wie wichtig zusätzliche Stellflächen sind. Platz kann ein Gärtner nie genug haben.

Hängeregale schaffen Platz

Auf ihnen finden Aussaatkisten, Topfplatten und Töpfe genügend Licht in luftiger Höhe dicht unter dem Glas. Für gute Ausnutzung achten Sie auf die Standardmaße: für Kistchen sind es 34 cm Breite, englische Maße 24 cm, Länge 100 oder 200 cm. Günstig sind Modelle, die man im Sommer wegklappen oder wegstapeln kann.

Kleingewächshaus
Sichere Ernten sind im Kleingewächshaus garantiert. Bei entsprechendem Aufwand kann man sogar tropische Pflanzen mit Erfolg ziehen.

Wichtig: der stabile Arbeitstisch

Für viele Arbeiten im Gewächshaus benötigt man einen stabilen Tisch aus Aluminium oder Kunststoff. Die Tiefe sollte zwischen 60 cm und maximal 100 cm liegen. Gut ist eine etwa 20 cm hohe Bordwand an drei Seiten, um mit Erde arbeiten zu können.

Hängevorrichtung für Kletterer

Viele Gemüsekulturen wachsen an Schnüren. Für sie werden Hängevorrichtungen benötigt. Bei guten Herstellern sind die Sprossen dafür vorbereitet, um Schrauben und Haken an beliebiger Stelle aufzunehmen. Hier kann man auch Gitter oder Netze für kletternde Wicken, Gurken, Stangenbohnen, Melonen, Bromelien, Orchideen oder andere Epiphyten anbringen.

Was ist beim Kauf zu beachten?
  • Aus welchem Material besteht die Tragekonstruktion?
  • Verzinkter Stahl fängt auch bei guter Behandlung nach einiger Zeit an zu rosten, bei Aluminium kann dies nicht passieren. Es ist zudem leichter und sehr stabil.
  • Holz spricht Naturliebhaber und Seiberbauer an. Es sieht zunächst gut aus, braucht aber jedes Jahr Pflege, sonst verrottet es und ist nur unter Bedenken zu empfehlen. Bewährt haben sich nur nordamerikanische Hölzer sowie die einheimische Lärche, diese soll wenigstens zwei Jahre abgelagert sein. Frisches Holz treibt Harzblasen, daher mit dem Anstrich warten! Nur ölhaltige Farben wählen, denn sie sind dauerhafter als wasserlösliche. Leider gibt es für Holzbauten kaum inländische Hersteller!
  • Die Türen sollten mindestens 100 cm breit sein. Schiebetüren erfordern weniger Platz als Schwingtüren. Sie sollten ein gutes Schloss besitzen.
  • An scharfen Kanten kann man sich verletzen. Achten Sie daher auf gute Verarbeitung.
  • Die Scheiben sollten möglichst durchgehend sein (keine Schindelbauweise), damit keine Energie- und Lichtverluste auftreten.
  • Glasstärke nicht unter 4 mm, Kunststoff nicht unter 8 mm Dicke. Bei Warmhäusern Isolierglas nicht unter 16 mm und Kunststoff möglichst als »no-drop«-Version.
  • Die Konstruktion darf keine Kältebrücken aufweisen, wenn an Beheizung gedacht ist. Profile müssen deshalb gut durchkonstruiert und gestaltet sein.
Makrolon Hohlraumplatten gewaechshaus
Gewächshäuser aus Macrolon-Hohlraumplatten sind besonders stabil.

Abschließbarer Schrank für Kleinigkeiten und weiteres Zubehör

Ein abschließbarer Schrank nimmt Pflanzenschutzmittel, Pikierstäbe, Arbeitshandschuhe und all die vielen Kleinigkeiten auf, die man gerne griffbereit hat.

Topfplatten aus Kunststoff für 4 x 4, 6 x 6 oder 8×8 cm-Ballen sind praktisch und immer verwendbar. Ferner braucht man Töpfe, Aussaatschalen, Pikierkisten, ein Sieb, Gießkanne oder Gießbrause, Schlauch, Handsprayer und eine Pflanzenschutzspritze.

Ein Ventilator für Spezialkulturen

Günstig für das allgemeine Wachstum sowie für die Befruchtung von Tomaten, Paprika und Auberginen und eine Vorbeugemaßnahme gegen Pilzbefall ist ein Ventilator, den es auch für Solarbetrieb gibt.

Die Eindeckung: Schutz vor Wind und Wetter

Ob die Eindeckung aus Glas oder Kunststoff besteht, ist für die Nutzung heute nicht mehr sehr erheblich.

Leicht und stabil: Kunststoffe

Kunststoffe, wie zum Beispiel die Stegdoppelplatten aus Acrylglas (Plexiglas), die es in verschiedenen Dicken, auch dreischalig, gibt, verändern sich auch über Jahre in der Lichtdurchlässigkeit nur wenig. Sie sind stabil, sehr leicht, lassen sich durch

Sägen oder Verkleben leicht verarbeiten und bieten eine recht gute Lichtstreuung. Vielfach werden durch sie bereits Schattierungsmaßnahmen überflüssig, es gibt kaum Verbrennungen. Das Material lässt sogar UV-Strahlen hindurch, so dass man sich darunter bräunen kann.

Nachteilig ist die Feuergefahr. Hagel durchschlägt die Stegdoppelplatte so gut wie nie, allerdings kann sie dabei splittern und sieht anschließend beschädigt aus.

Ein Glasdach für Ihr Gewächshaus

Das wesentlich gewichtigere Glas gibt es in verschiedenen Standardnormen sowie einkämmrig und zweikämmrig als Isolierglas. 60 cm ist die Standardbreite. Glas lässt UV-Strahlen hindurch, die für die Ausbildung von Farben und Geschmacksstoffen von besonderer Bedeutung sind. Gartenblankglas ist voll durchsichtig mit glatter Oberfläche. Gartenklarglas, das der Erwerbsanbau vorwiegend verwendet, hat eine genörpelte Oberfläche mit entsprechender Lichtstreuung und verminderter Gefahr des Verbrennens von Pflanzenteilen.

Geht schnell: das Foliendach

Einfache Gewächshäuser sind mit Folien leicht und schnell zu erstellen. Sie sind gegen den zersetzenden Einfluss von UV-Strahlen stabilisiert und garantieren eine Haltbarkeit von drei bis fünf Jahren. Eine häufig verwendete Dicke für Gewächshäuser ist 0,2 mm. Fragen Sie jedoch nach
In den Frühjahrsmonaten ist der Platz knapp im Gewächshaus. Gut, wenn es dann genügend Hängeborde und Aufhängemöglichkeiten gibt.

Gewächshausfolien, denn Folien aus dem Baustoffhandel, die zum Verpacken benutzt werden, sind nicht geeignet, da sie sich innerhalb sehr kurzer Zeit zersetzen und brüchig werden.

Heizung und Frostschutz im Gewächshaus

Dass man am besten die vorhandene Heizungsanlage nutzt, wurde schon angesprochen, doch nicht überall ist dies möglich.

Der Elektrolufterhitzer

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Für die Pflanzenanzucht und für tropische Pflanzen hat sich Unterwärme aus Heizkabeln oder Schläuchen mit Warmwasser bewährt.

Wo es einen Stromanschluss gibt, lohnt sich ein thermostatgesteuerter Elektrolufterhitzer, der preisgünstig die Erwärmung eines Gewächshauses auf 5-8°C sichert. Dies genügt für die meisten Pflanzen zur Überwinterung. Thermostate (Frostwächter) verhindern, dass die Temperatur unter die Frostschwelle absinkt. Solche Geräte gibt es überall im Gewächshausbedarfs- und Elektrohandel. Sie kosten unter 50,- Euro und verbrauchen, da sie nicht ständig laufen, relativ wenig Energie. Zusätzlich kann man das Gewächshaus mit Luftpolsterfolie auskleiden (bei Folienhäusern üblich) oder aber eine Glaskonstruktion von außen mit dieser Folie schützen. Die Wärmeabstrahlung wird dadurch beträchtlich gesenkt. Immerhin kann man mit einer Differenz von etwa 3°C rechnen.

Gasthermen und Petroleumöfen

Auch Gasthermen und stromunabhängige Petroleumöfen mit einem Vorratstank für mehrere Tage sind Hilfsmittel, die sowohl für die frostfreie Überwinterung von Balkon- und Kübelpflanzen als auch für die Überbrückung von kalten Nächten im Frühjahr und im Herbst in Frage kommen, zum Beispiel zum Ausreifen der letzten Tomaten.

Frostschutz mit Fantasie

Sogar primitive Maßnahmen haben durchaus eine Berechtigung, wenn es gilt, kurzzeitig ein Einfrieren zu verhindern. Bewährt haben sich zum Beispiel Petro-leum-(Sturm-)Lampen, Stearinkerzen mit darüber gestülpten Blumentöpfen aus Ton, die wie Kacheln die Wärme verteilen, sowie das Überdecken der Pflanzen mit geschlitzter Folie oder mit einem Vlies. Deren Wirkung beruht darauf, dass der Tau an dem Feingespinst kondensiert und beim Gefrieren eine isolierende Eisschicht bildet, welche die darunter befindlichen Pflanzen schützt. In Versuchen traten selbst bei -8°C keine Frostschäden auf.

Die richtige Klimaregulierung

Jedes Gewächshaus wirkt als Sonnenkollektor. Das einfallende Licht wandelt sich in Wärmestrahlen um. Zu viel Wärme jedoch stresst die Pflanzen. Sinkt dann noch die Luftfeuchtigkeit und staut sich die heiße Luft, kommt es leicht zu Verbrennungen der Pflanzenteile, was bis zum Absterben führen können. Bei über 45°C beginnt die Eiweißzersetzung, die Pflanze verkocht.

Ohne Lüftung geht es nicht

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Das Gewächshaus ist mit isolierender Folie ausgekleidet, ein Lufterhitzer vermeidet Erfrieren.

Effektive Lüftungsmöglichkeiten sind wichtige Faktoren bei der Auswahl des gewünschten Gewächshaustyps. Insbesondere, wenn die Nutzung auch zum menschlichen Aufenthalt gedacht ist, also für Wintergärten, gewinnt dieser Punkt eine besondere Bedeutung. Besonders wichtig ist die Querlüftung mit ausreichend konzipierten Lüftungsklappen an den Seiten und im Dachbereich.

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Lüftungsklappen und Ventilator beugen Hitzestau vor

Der Lüftungsbedarf hängt entscheidend mit der geplanten Nutzung zusammen, ebenfalls mit dem zur Verfügung stehenden Lichtangebot. Während bei geringem Lichteinfall 20°C bereits für winterliche Salat- oder Radieskulturen zu viel
sind, fühlen sich tropische Orchideen noch bei 35-40° C sehr wohl. Automatische Fensteröffner, die ohne Strom auf der Basis von Öl reagieren, das sich ausdehnt und zusammenzieht, gehören heute schon zur Standardausrüstung.

Der Luftumwälzung kommt eine starke Bedeutung zu. Ein oder mehrere gut arbeitende Ventilatoren wälzen die Luft um, verhindern damit Schäden an den Pflanzen durch Hitzestau und in entscheidendem Ausmaß auch das Auftreten von Pilzkrankheiten und Schädlingen. Für kleinere Gewächshäuser sind bereits bewegliche Tischventilatoren aus dem Elektrohandel brauchbar. Für größere Anlagen werden Ventilatoren in die Außenwand gesetzt. Sie sollten das Luftvolumen wenigstens fünf- bis zehnmal pro Stunde umwälzen können.

Luftumwälzung senkt nicht die Luftfeuchtigkeit. Viele Pflanzen fühlen sich dann erst richtig wohl. Ihre Spaltöffnungen sind dabei weit geöffnet, Gasaustausch und Transpiration laufen auf Hochtouren, die Pflanze wächst und gedeiht. Bei niedriger Luftfeuchte schützt sich die Pflanze vor dem Verdampfen von zu viel Feuchte durch Schließen der Spaltöffnungen im Blatt.

Auf richtige Luftfeuchtigkeit achten

Luftfeuchtigkeit entsteht am einfachsten durch Besprühen der Wegeflächen und des Gewächshausbodens mit dem Schlauch, auch die Pflanzen sind für eine Dusche dankbar. Man kann auch Behälter mit Wasser zum Verdunsten aufstellen. In kleineren Häusern sind elektrische Luftbefeuchter wirksam. Hohe Luftfeuchtigkeit, insbesondere nachts, lässt jedoch bei absinkenden Temperaturen auch Pilzkrankheiten aufkommen, etwa Mehltau und Grauschimmel. Daher vor allem morgens gießen, damit die Blätter rechtzeitig abtrocknen können.

Schattierung gegen Überhitzung

Neben Lüftung und Luftumwälzung ist das Schattieren die wirkungsvollste Methode, um zu hohe Temperaturen abzufangen und Schäden durch Verbrennen entgegenzuwirken. Geeignetes Eindeckmaterial macht zusätzliche Maßnahmen weitgehend überflüssig. Früher wurden Gewächshäuser mit weißer Farbe bestrichen, die gegen Herbst wieder entfernt wurde. Der Nachteil: Bei trübem Wetter erhalten die Pflanzen zu wenig Licht und das Abwaschen ist mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Heute gibt es Schattiergewebe aus Kunststoffgeflecht, die auf das Dach aufgelegt werden. Aufwändiger sind Aufrolleinrichtungen für Matten aus Plastikröhrchen, die sich sogar automatisch steuern lassen.

Außenschattierungen müssen sturmfest gebaut werden und sind deshalb teuer. Innenschattierungen aus Leinen- oder Kunststoffgeflecht oder (in Wintergärten) Sonnensegel sind weitaus preisgünstiger und leichter anzubringen. Obwohl sie ihren Zweck erfüllen, gibt es einen kleinen Nachteil: Die Wärme gelangt auf jeden Fall in den Innenraum. Außerdem werden rankende Pflanzen wie Gurken oder Wein im Dachbereich in ihrer Entwicklung gehemmt.

Licht für dunkle Tage

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In den kurzen Wintertagen sind Jungpflanzen und Orchideen dankbar für zusätzliche Belichtung. Günstig sind Aquarien- und Pflanzenleuchten.

Während der Wintermonate steht den Pflanzen häufig zu wenig Licht zur Verfügung. Licht ist ihre Energiequelle, die erst den Aufbau von Biomasse ermöglicht. Jede Pflanze hat einen unterschiedlich starken Lichtbedarf. Einige Schattenkünstler aus dem Untergehölz des Regenwaldes kommen mit 600-800 Lux aus (Lux = Maßeinheit für Licht). Gemüse und blühende Topfpflanzen hingegen benötigen im Allgemeinen mindestens 2000-3000 Lux. In den trüben Wintermonaten werden oft nur 1000-1500 Lux gemessen, was bedeutet, dass das Wachstum nicht nur zum Stillstand kommt, sondern sogar bereits gebildete Biomasse wieder abgebaut werden kann.

Die Pflanzen vergehen, werden schwach und anfällig für Pilzkrankheiten. Erntbare Blätter oder Früchte können sich unter solchen Umständen nicht mehr entwickeln, sondern erst dann, wenn das Lichtangebot wieder steigt. Zusatzlicht kann daher der Assimilation bei Jungpflanzen deutlich auf die Sprünge helfen und auch die Blütenentwicklung bei Topfpflanzen und Schnittblumen entscheidend fördern.

Obwohl es inzwischen ein breites Angebot an Pflanzenleuchten gibt, empfehlen sich als Zusatzbelichtung zur Jungpflanzenanzucht nach wie vor Leuchtstoffröhren, die an Ketten höhenverstellbar aufgehängt werden (40-50 cm hoch, 60-100 Watt/m2 = 2 Röhren ä 40-60 Watt in 100 cm Länge).

Beachten Sie bitte das richtige Lichtspektrum. Fluora-Leuchtstoffröhren mit hohem Blau-Rot-Anteil kommen den Bedürfnissen der Pflanzen am nächsten, die Farbwiedergabe ist jedoch unangenehm. Inzwischen gibt es gute Röhren in Form von kostengünstigen, kompakten »Energiesparlampen« mit pflanzenfreundlichem Tageslichtspektrum. Sie sind wie Leuchtstoffröhren gebaut, aber mit integriertem Trafo.

Man kann sie ohne weitere Technik in die üblichen E27-Sockel schrauben, und einige von ihnen sehen sogar mit ihrer Birnenform gefällig aus. Für die Pflanzenzucht eignen sich auch die kostengünstigen Natriumdampf-Hochdrucklampen (Nachteil: gleißendes Licht) und die in vielen Pflanzenleuchten integrierten Halogen-Metalldampf-lampen. Nur für Spotlights geeignet, aber nicht für die Pflanzenanzucht, sind normale Halogenleuchten.

Automatisches Gießen im Gewächshaus

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Automatische Bewässerungen arbeiten mit Druck. Ein dazwischen montierter Druckminderer löst das Problem.

Tröpfchenbewässerungen haben sich im Erwerbsanbau bewährt, sie geben langsam und gezielt Wasser ab, wobei die Zuflussmenge in der Regel von Hand eingestellt oder auch automatisch geregelt wird. Die Regelung übernehmen entweder stark hygroskopische Zylinder aus Holz oder Ton oder elektrische Tensiometer. Die elektrische Messung ist besonders zuverlässig. Wo kein Wasserhahn zur Verfügung steht, kann trotzdem automatisiert werden. Die Tröpfchenbewässerung erhält in diesem Fall ihren Zufluss aus aufgehängten Vorratsbehältern, die zugleich auch Düngerlösungen verteilen können. Denken Sie daran, dass Tröpfchenbewässerungen gelegentlich entkalkt werden müssen, sie setzen sich sonst zu.

Für Gewächshaustische bietet sich vor allem die Staubewässerung an, wobei das Wasser ebenfalls über Tropfschläuche zugeführt oder durch eine Matte aufgesogen wird. Die Pflanzen stehen dabei auf einer saugfähigen Matte (Vlies). Sobald Wasser verdunstet wird, ergänzen Wurzeln und Substrat die Feuchtigkeit aus der Matte. Ein sicher funktionierendes System, das der natürlichen Wasserversorgung im Boden gleicht, der Kapillarität. Einziger Nachteil: Vlies- oder Sandbedeckung können leicht veralgen. Eine schwarze Folie beugt vor, sie wird über die Anstaufläche gelegt und mit kreuzförmigen Einschnitten an den Stellen versehen, auf denen die Töpfe mit dem Abzugsloch stehen.

Substrate und Erden geben den Pflanzen Halt

Dass Pflanzen nicht nur in Erde, sondern in allen möglichen Materialien, etwa Steinwolle, Bimskies, Blähton, Splitt, in Torfoder Rindenkompost, ja sogar in reinem Wasser (Hydrokultur) gedeihen, ist keine Überraschung mehr.

Praktische »Growbags«

Substrate und Rindensubstrate gibt es in handlichen Plastiksäcken, die zuweilen sogar optisch ansprechend gestaltet sind. In diesen »Growbags« kann man, wo immer Platz ist, auch auf Platten und Tischen, Gemüse und Blumen hervorragend kultivieren. Kreuzförmige oder runde Einschnitte nehmen die Pflanzen auf. Einziger Nachteil: Das Substrat darf niemals vollständig austrocknen, die stark ansteigende Düngerkonzentration würde die Pflanzenwurzeln verbrennen. Auch lässt sich einmal trocken gewordenes Substrat schlecht wieder anfeuchten.

Erden für jeden Pflanzentyp

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In vielen Gewächshäusern treten nach einigen Jahren Welkekrankheiten durch Bodenpilze auf. Ein Ausweg ist das Kultivieren in Erdsäcken.

Fertige Erden (= Substrate) gibt es in vielfältiger Auswahl für viele Pflanzengruppen: für Orchideen, Kakteen, Sommerblumen, Azaleen und speziell auch zum Aussäen und Pikieren. Unterschiedlich sind die Düngergehalte und die Strukturen.

Der eigene Reifekompost ist für Aussaaten geeignet, allerdings erst, nachdem die Erde sterilisiert wurde. Das Verfahren ist einfach: die Erde in Bratfolie füllen und im Backofen etwa 30 Minuten bei 150° C erhitzen.

Den Gewächshausboden nutzen

Der Gewächshausboden sollte jährlich mindestens einmal tief und gründlich gelockert werden. Bei dieser Gelegenheit können Sie ihn mit unkrautfreiem oder desinfiziertem Kompost, mit Torf oder Rindenhumus anreichern. Rindenmulch befindet sich noch in der Umsetzung und entzieht Nährstoffe, die eigentlich den Pflanzen zugedacht waren. Hier heißt es aufpassen und entsprechend mehr düngen. Sie sollten organische Dünger bevorzugen oder so genannte mineralische Depotdünger.

Damit sich keine Pflanzenkrankheiten wie die Gurkenwelke ausbreiten können, empfiehlt es sich, intensiv genutzten Gewächshausboden alle zwei bis drei Jahre auszutauschen. Eine Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über die enthaltenen Nährstoffe und den tatsächlichen Düngebedarf.

Tipps für vorbeugenden Pflanzenschutz
  • Wählen Sie die Pflanzen so aus, dass sie in die gegebenen Verhältnisse passen, je mehr Sie dabei über die Pflanzen wissen, desto besser.
  • Keimfreie Erden verwenden und auf deren gute, vergießfeste Struktur achten.
  • Dem Bedarf der Pflanzen angepasst düngen und gießen, damit weder Mangel noch Übermaß auftritt.
  • Für ein ideales Kleinklima mit hoher Luftfeuchtigkeit sorgen. Zugluft vermeiden, aber auf ausreichende Lüftung und Luftumwälzung achten.
  • Die Blätter nicht unnötig benetzen. Möglichst morgens gießen, damit die Pflanzen bis zum Abend wieder abgetrocknet sind und Pilzsporen nicht auskeimen können. Nicht von oben in Blattscheiden, Knospen oder junge Triebe gießen, denn dort faulen sie besonders leicht.
  • Widerstandsfähige, resistente Sorten gegenüber älteren Züchtungen bevorzugen, sie machen manche Pflanzenschutzmaßnahme überflüssig.
  • Gurken, Tomaten und Auberginen möglichst auf resistente Unterlagen veredeln.
  • Einige Pflanzenarten werden immer befallen, sie stecken andere an, daher möglichst darauf verzichten. Hierzu gehören zum Beispiel Gerbera (Weiße Fliege), Cinerarien (Läuse), Ficus pumila (Rote Spinne), Begonien (Mehltau).

Fruchtfolge und Hygiene für gesunde Pflanzen

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Preisgünstig sind Folienhäuser. In Ausrüstung und in den Kulturmöglichkeiten stehen sie der gläsernen Konkurrenz kaum nach.

Wichtig ist auch die richtige Planung der Kulturfolge, die sich auf den Beeten über den gesamten Jahresablauf hinweg vollzieht. Es soll kein Leerlauf entstehen und die zur Verfügung stehende Fläche kann ständig genutzt werden.

Mischkulturen sind dabei eine gute Hilfe, zum Beispiel im Frühjahr Radieschen, Rettich und Kohlrabi mit Pflücksalat oder Stielmangold. Im Sommer Tomaten oder Gurken mit Paprika, Auberginen und Melonen oder im Herbst Tomaten mit Außenreihenbepflanzung von Chinakohl, Knollenfenchel oder Chrysanthemen.

Ein geplanter Fruchtwechsel ist im Gewächshaus genauso nötig, wie im Freien, damit sich keine bodenbürtigen Krankheiten festsetzen können. Eine Rotation innerhalb des Hauses ist daher unbedingt nötig. Sie setzt einen entsprechenden Kulturfahrplan voraus, der am besten in einer Folie, gegen Feuchtigkeit eingehüllt, im Gewächshaus deutlich sichtbar angebracht wird.

Ergeben sich dennoch einmal Schwierigkeiten mit der Hygiene, zum Beispiel durch Gurkenwelke oder den viele Kulturen (auch Blumen) befallenden Pilz Fusarium, dann wird ein Austausch der gesamten infizierten Erde notwendig. Wegen der oft beträchtlichen Erdbewegungen unterbleibt ein Erdaustausch gerne. Was bleibt dann zu tun? Für die wenigen, wirklich gefährdeten Kulturen, wie Schlangengurken oder Tomaten, können Sie bei Auftreten der ersten Schäden auch gedüngte Fertigerden verwenden.

Die Pflanzen gedeihen dann in Containern oder Eimern, nicht mehr im freien Grund. Gut bewährt hat sich das vorbeugende Veredeln von Gurken, Tomaten und Auberginen auf resistente Unterlagen. Die Pflanzen sind viel wüchsiger, tragen länger und erheblich mehr Das Veredeln kann man mit etwas Geschick selber durchführen oder aber in Gartencentern schon verdelte Pflanzen kaufen.

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