Schädlinge im Garten – welche gibt es?

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Als Schädlinge bezeichnet man Tiere, deren Aktivitäten nachteilige Folgen für Pflanzen haben. Sie können die Wuchskraft schwächen, so daß der Obst- und Gemüseertrag sinkt oder der dekorative Effekt von Zierpflanzen beeinträchtigt wird. Darüber hinaus verursachen sie nicht nur unmittelbar Fraßschäden, sondern mindern zuweilen auch indirekt den Nutzen von Gewächsen. Denn selbst wenn sie nicht so zahlreich sind, daß sie die Ernteerträge reduzieren, können sie doch die eßbaren Teile der Pflanzen durch ihre Anwesenheit und ihre Exkremente ungenießbar machen.

Viele saugende Insekten sondern eine Honigtau genannte Ausscheidung ab, die die Wirtspflanze bedeckt und die Entstehung von Schwärzepilzen fördert. Überdies können Schädlinge insbesondere durch ihre Mundwerkzeuge Viren und Pilze übertragen. Bestimmte Krankheiten entstehen nur über ein von Schädlingen beeinträchtigtes Gewebe – ohne die tierischen Wegbereiter können sie sich nicht ausbreiten.

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Einzelgast
In Gärten kommen Gehäusesebnecken zwar oft zahlreich vor, eine Pflanze aber nehmen sie zumeist allein in Beschlag. Nichtsdestotrotz kann auch ein einziges Tier viel Schaden anrichten.

Manche Schädlinge im Garten (oder Gewächshaus) sind ein lokales Problem, andere sind zugewandert. Sie gelangen über gekaufte Pflanzen oder Mitbringsel in unsere Breiten. Glanzkäfer und Erdflöhe sind Ackerschädlinge, die von Rapsfeldern auf Gärten überwandern, der Kartoffelkäfer hingegen wurde aus Nordamerika eingeschleppt.

Schädlinge haben unterschiedliche Befallsstrategien entwickelt. Während sich die einen nur an bestimmten Pflanzenteilen festsetzen, sind andere weniger wählerisch.

Blattlaus Blume
Gemeinschaftsmahl
Eine einzelne Blattlaus oder eine kleine Kolonie gefährdet eine Pflanze nicht. Da sich die Sauger aber schnell vermehren, kann dem Gewächs bald die Lebenskraft geraubt werden.

Pflanzensauger

Saugende Insekten wie Blatt- oder Schildläuse haben nadelähnliche Stechwerkzeuge, mit denen sie Pflanzen anzapfen und ihnen Saft entziehen. Auf den Blättern sind zwar keine Einstichstellen erkennbar, viele Sauger produzieren jedoch einen giftigen Speichel, der zu Blattverformungen beziehungsweise -Verfärbungen führen kann. Manche Sauginsekten – darunter Blattläuse, Zwergzikaden und Thripse – übertragen zudem Viren und andere Krankheitserreger. Meist beschränken sich Pflanzensauger auf Blätter, Stengel und Blüten, einige allerdings befallen auch Wurzeln.

Pflanzensauger weiße fliege
Pflanzensauger
Blattflöhe, Rote Spinne, Schaumzikade, Schildläuse, Schmierund Wolläuse, Tannenläuse und andere Blattläuse, Thripse, Wanzen, Weiße Fliegen, Zwergzikade.

Blütenschädlinge

Relativ wenige Schädlinge sind ausschließlich auf Blüten oder Blütenknospen spezialisiert. Doch auch viele allgemeine Pflanzenschmarotzer wie Ohrwürmer und Raupen befallen Blüten gern. Zu den reinen Blütenschädlingen zählen die Glanzkäfer, die Hemerocallis-Gallmücke. der Apfelblütenstecher und die Astern-Weichhautmilbe. Selbst einige Vogelarten wie Dompfaff oder Hausspatz verzehren gern Blüten und ihre Knospen.

Blütenschädlinge Ohrwurm
Blütenschädlinge
Apfelblütenstecher, Astern-Weich-hautmilhe, Blattläuse, Dompfaff, Glanzkäfer, Hausspatz, Hemero-callis-Gallmücke, Ohrwürmer, Raupen, Schnecken, Thripse.

Wurzelparasiten

Die Larven vieler Insekten befallen und zerstören Wurzeln, Zwiebeln und Knollen sowie andere unterirdische Pflanzenteile. Oftmals bemerkt man sie erst spät, zudem sind sie manchmal nur schwer zu bekämpfen. Als Gegenmaßnahme kommt unter anderem die Vernichtung der befallenen Pflanze mitsamt dem Erdreich in Wurzelnähe in Betracht. Viele Wurzelschädlinge entwickeln sich aus Eiern, die von Fluginsekten gelegt wurden. Andere werden über Kübelpflanzen in den Garten eingeschleppt. Deshalb sollte man gekaufte oder geschenkte Gewächse stets aus dem Topf nehmen und den Wurzelballen vor dem Einpflanzen auf Schädlingsbefall untersuchen.

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Wurzelparasiten
Älchen, Maikäferlarven, Drahtwürmer, Larven des Gefurchten Dickmaulrüßlers, Kleine Koblfliege, Möhrenfliege, Schnecken, Schnakenlarven, Wurzelbohrer, Wur-zellä itse, Zwiebelfliegen maden.

Gallenerzeuger

Manche Parasiten sondern bei der Eiablage oder während des Fressens Stoffe ab, die in die Wirtspflanze gelangen.

Dadurch entstehen Wucherungen, die als Gallen bezeichnet werden. Gallenerzeuger sitzen entweder auf der Oberfläche der Pflanze oder werden von der Galle umwachsen. Viele Insekten, Milben und Nematoden, jedoch auch Pilze und Bakterien verursachen Gallen.

Gallwespenlarven
Gallenerzeuger
Älchen. Blattflöhe, Gallmilben, Gallmücken, Gallwespenlarven, Sägewespen, Tannenläuse und andere Blattläuse.

Fruchtschädlinge

Früchte, Beeren und Samen werden von den Larven zahlreicher Insekten – darunter viele Motten, Sägewespen und Käfer – befallen. Auch Vögel, Eichhörnchen und weitere Wespenarten können Fraßschäden verursachen. Manche Schädlinge, etwa Wanzen, mindern die Fruchtqualität durch Verletzung der Schalen, andere machen die Früchte ungenießbar. Durch Beschädigungen wiederum werden die reifenden Früchte anfällig für Fäulnispilze, so daß sie sich nicht lange lagern lassen.

Fruchtschaedlinge Wespen
Fruchtschädlinge
Ackerbohnenkäfer, Apfelsägewespe, Erdbeersamen-Laufkäfer, Gelbe Pflaumensägewespe, Haselnuß-bohrer, Himbeerkäfer, Obstmaden, Erbsenwickler, Pflaumenwickler, Vögel, Wespen.

Sprossschädlinge

Die Mehrzahl der Stämme und Zweige befallenden Insekten dringt nicht in die Pflanze ein. Borkenkäfer hingegen leben als Larven unter der Gehölzrinde, während das Blausieb und der Johannisbeer-Glasflügler sich in das Innere des Holzes bohren. Vor allem im Winter und Frühjahr können überdies Kaninchen, Rehe, Hirsche, Wühlmäuse und Eichhörnchen die Borke verletzen.

Schildlaus
Sprossschädlinge
Viele Pflanzensauger (siehe oben), ferner Blausieb, Borkenkäfer. Eichbörnchen, Glasflüglerlarven, Hasen. Hirsche, Kaninchen, Rehe, Wühlmäuse.

Blattschädlinge

Blätter sind stärker Schädlingsattacken ausgesetzt als jeder andere Pflanzenteil. Neben den bereits erwähnten Sauginsekten gibt es Tiere, die sich vom Blattgewebe selbst ernähren. Dazu sind Schnecken, Ohrwürmer, Raupen, Sägewespen, Schmetterlinge und die Alttiere des Gefurchten Dickmaulrüßlers zu rechnen. Manche Insekten, etwa die Larven bestimmter Fliegen, Motten, Sägewespen und Rüsselkäfer, leben als Minierer in den Blättern.

Blattschädlinge
Alle Pflanzensauger (siehe oben), ferner Älchen, Blattschneiderbiene, Erdflöhe, Alttiere des Gefurchten Dickmaulrüßlers, Ohrwürmer, Sägewespenlarven, Schmetterlingsraupen. Schnecken.

Raupe des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis)
Frassschäden
Schädlingsfraß ist eine Hauptursache von Pflanzenschäden.
Die offenen Wunden sind zudem Eintrittspforten für Sekundärinfektionen.
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