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Gesunde Ernährung – wie sieht die aus?

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Gesunde Ernährung – wie sieht die aus?
Gesunde Ernährung - Wie sieht sie aus?

Was sollen wir essen? Womit tun wir unserem Körper einen Gefallen? Womit fördern wir unsere Gesundheit?

Das sind schwierige Fragen. Im Grunde genommen kann ich ihnen keine zufriedenstellende Antwort darauf geben. Das hat mehrere Gründe:

  1. Die Gesundheitsexperten sind sich nicht einig darüber. Erkenntnisse verändern sich im Laufe der Zeit. Was heute empfehlenswert ist, kann morgen schon wieder auf die Verbots-Liste stehen. Beispiele hierfür aus den letzten Jahrzehnten sind die Empfehlungen von Margarine und Süßstoff.

Was uns zu denken geben sollte: In einer Studie in dun USA wurden 67.000! Krankenschwestern 8! Jahre lang beobachtet. Es konnte kein Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und dem Risiko, eine schwere chronische Erkrankung zu bekommen, festgestellt werden. Amerikanerinnen, die sich ungesund ernährten, waren genauso gesund oder krank, wie diejenigen, die sich gesund ernährten.

  1. Selbst wenn wir Ernährungsexperten folgen und mehr mals pro Tag Obst und Gemüse essen, ist nicht gesagt, dasa, wir uns gesund ernähren. Der Nähr- und Gesundheitswert hängt auch von der Frische der Produkte ab und davon, wie sie erzeugt, gelagert und transportiert wurden. Und da liegt viel im Argen.

Fast jeden Tag erfahren wir, dass schadstoffbelastetes Obst und Gemüse im Handel entdeckt wurde. Es gibt kaum ein Lebensmittel, das nicht schon in einen Skandal verwickelt gewesen wäre. Und nur, weil gerade nichts in der Presse über ein gesundheitsschädliches Nahrungsmittel zu lesen ist, heißt das nicht, dass nicht eines im Umlauf ist.

Ja, es ist sogar so, dass heute so gut wie alles Obst und Gemüse mehr oder weniger mit Schadstoffen belastet ist. Es kann keine Rede mehr davon sein, dass es gesund ist, viel frisches Obst und Gemüse zu essen, das konventionell erzeugt wurde. Bei all der Nitrat-, Insektizid-, Pestizid- und Fungizid-Belastung der Nahrungsmittel wäre es wahrscheinlich sogar gesünder, überhaupt auf Obst und Gemüse zu verzichten und nur noch Vitamintabletten zu schlucken.

Bei Fleisch sieht es nicht besser aus

Und bei Fleisch sieht es nicht besser aus. Glauben Sie wirklich, ein Putenschnitzel oder Hähnchenfleisch ist gesund? Haben Sie eine Vorstellung, was Hühner und Truthähne während ihrer Massenaufzucht alles durchmachen und schlucken müssen, mal ganz abgesehen davon, dass sie unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden? Diese armen Kreaturen werden mit Wachstumshormonen vollgepumpt, damit sie in Rekordzeit schlachtreif sind. Sie werden mit Chemikalien besprüht, damit sich auf Grund der Enge der Käfige keine gesundheitsschädlichen Bakterien und Keime bilden können, den Tieren wird mittels Laser, Schere oder heißer Metallplatte der Oberschnabel gekürzt, um Federpicken und Verletzungen durch Aggressionen zu vermindern (was schmerzhaft sein soll) …

Und natürlich finden sich Spuren der Chemikalien auch im Fleisch, das Sie verzehren. Nicht besser sieht es bei den Schweinen aus. Der gängige Medikamenten-Cocktail für Schweine enthält Wachstumshormone, Antibiotika und Psychopharmaka. Diese Mischung soll die Schweine bei guter Laune halten, ihre Abwehr gegen Krankheiten stärken und sie schneller schlachtreif machen. Und Fisch ist auch nicht unbedingt eine Alternative. Sie glauben, Sie tun sich etwas Gutes, Scampis, Riesengarnelen oder Lachs zu essen?

Viele Fische werden heute in Fischfarmen aufgezogen. Anders ist die Nachfrage nicht mehr zu befriedigen. Das aber hat die gleichen verheerenden Folgen wie bei der Massentierhaltung. Damit die Fische nicht erkranken, müssen Unmengen Antibiotika gefüttert werden, die Fische müssen gegen Pilzbefall behandelt werden, und natürlich sind diese Stoffe dann auch im Fisch. Mittlerweile hat man sogar im Wildlachs eine hohe Dioxin- und PCB-Belastung nachgewiesen. Meinen Sie wirklich, das ist gesund für uns Menschen?

Und vergessen wir nicht: Die Sprache ist hier nur von den gesetzlich erlaubten Mitteln der Tierhaltung und Fütterung. Täglich können Sie in der Presse über Skandale lesen, dass skrupellose Bauern und Nahrungsmittelkonzerne aus Profitgier unerlaubte (gesundheitsschädliche) Mittel anwenden und zusetzen.

Trotz all dieser Vorbehalte und Missstände: Wir müssen essen, wenn wir leben wollen. Vielleicht nach folgender Weisheit?

Gutes Essen kann gesundheitsschädlich sein; schlechtes Essen ist es immer.

– Wolfram Siebeck –

Was aber ist nun gutes Essen?

Ich möchte mich in meinen Ernährungsempfehlungen an dem Ernährungsexperten Dr. Nicolai Worm orientieren. Die Titel seiner Bücher finden Sie im Buchhandel bei den Psychotipps zum Thema Abnehmen. Er empfiehlt Mittelmeerkost mit relativ wenigen Kohlenhydraten:

  • Frisches Obst
  • Frisches Gemüse und Salate
  • Olivenöl und Rapsöl
  • Frischen oder gefrorenen Fisch
  • Mageres Fleisch und Geflügel aus artgerechter Haltung und Fütterung(l)
  • Eier von freilaufenden und artgerecht gehaltenen Hühnern
  • Nüsse als Zwischenmahlzeit oder als eigenständige
  • Mahlzeit
  • Fettarme Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Kefir
  • und Käse
  • Pilze

Gegen Heißhunger

Selten sollten auf unserem Speiseplan „leere“ Kohlenhydrate erscheinen. Darunter versteht man chemisch behandelte Lebensmittel, die kaum Ballaststoffe, Vitamine und andere Inhaltsstoffe aufweisen wie etwa Produkte aus Weißmehl (Kuchen, Plätzchen, Pralinen, Gebäck), Schokolade und andere Süßigkeiten. Auch Nudeln und Kartoffeln sollten nur selten verzehrt werden. Beim Verzehr dieser Produkte kurbeln wir unsere Insulinproduktion an. Das Hormon Insulin macht aber zusätzlich Appetit und fördert die Fettbildung.

Deshalb empfiehlt Worm, Nahrungsmittel mit niedriger Blutzuckerwirkung. Er plädiert für eine eiweißbetonte Ernährung mit genügend hoher Fettzufuhr. So wird der Blutzuckerspiegel möglichst konstant auf niedrigem Niveau gehalten und gleichzeitig die Fettverbrennung auf hohem Niveau. Der Körper erlebt keinen Mangel, muss dadurch sein Ökoprogramm nicht einschalten und seinen Energieumsatz nicht senken. Vorteil für uns: Wir haben keine Heißhungerattacken und fühlen uns lange Zeit gesättigt.

Haben Sie gerade gedacht, dass diese Ernährung für Sie zu teuer oder nicht durchführbar ist, weil Sie in der Kantine essen? Dann möchte ich Ihnen zu bedenken geben:

– Ich spreche hier nicht vom Alles-oder-Nichts-Prinzip. Es genügt, wenn Sie in Zukunft mehr darauf achten. Es zählt jedes Mal, an dem Sie Ihrem Körper gesunde Kost gönnen.

– Auch in der Kantine gibt es eine Auswahl von Speisen, die besser oder schlechter für Ihren Körper sind. Und wenn nicht, dann bringen Sie sich Joghurt und Obst von zu Hause mit.

– Sie haben nur diesen einen Körper, in dem Sie wohnen können. Sie können ihn nicht gegen einen neuen eintauschen.

Hat er nicht das Beste verdient, was Sie für ihn bekommen können?sehen. Hat er nicht das Beste verdient, was Sie für ihn bekommen können?Vielleicht haben Sie aus der Zeit der Diäten noch Light-Produkte im Haus und fragen sich nun, wie es um diese steht. Sie ahnen es wahrscheinlich schon: Ich halte nichts von diesen.- Je weniger Produkte noch ihrer ursprünglichen natürlichen Zusammensetzung ähneln, desto mehr Gesundheitsrisiken bergen sie.

Eine kleine Liste

– Um Light-Produkten Fett zu entziehen und dennoch zu erreichen, dass sie uns gut schmecken, müssen sie mit Aromen und Geschmacksverstärkern aufgepeppt werden.

– Fettarme Kost soll bei übergewichtigen Menschen mit überwiegend sitzender Beschäftigung Störungen des Zucker- und Insulinstoffwechsels fördern, einen Anstieg der Blutfette bewirken sowie das gute HDL-Cholesterin senken.

– Unser Körper wird betrogen und bemerkt dies. Als Folge davon sendet er so lange Signale zum Gehirn, bis er die richtigen Kraft- und Nährstoffe bekommt, die er benötigt. Deshalb fühlen Sie sich zwar voll, aber noch hungrig – und natürlich unzufrieden.

– Wenn wir mit Süßstoff angereicherte Nahrungsmittel essen, weil sie süß schmecken, dann geben wir unserem Körper eine Mogelpackung. Wir versprechen ihm wohltuende Nahrung, die er aber nicht erhält. Es besteht die Gefahr, dass wir dann die zuckerhaltige Nahrung noch zusätzlich verzehren.

Höre ich den Einwand von Ihnen, dass Ihnen Vollwertprodukte, Olivenöl, Gemüse oder Obst einfach nicht schmecken? Dann möchte ich hier nochmal das Canyon-Beispiel, das ich Ihnen zu Beginn des Kapitels erzählt habe, anführen: Auch unsere Nahrungsvorlieben sind einfach nur alte Gewohnheiten. Was uns schmeckt und was nicht, ist erlernt und nicht angeboren. Da brauchen wir nur mal über die Grenzen unseres Kulturraums hinweg z.B. nach Südostasien zu schauen, wo Hunde, Schlangen, Spinnen, Affen und alles Mögliche an Getier mit Begeisterung verzehrt werden. Unsereins hier wendet sich da mit Grausen ab.

Im Prinzip können wir unserem Körper jedoch beibringen, jede Nahrung schmackhaft zu finden. Neue unbekannte Lebensmittel können wir gleich ohne ein „Ja, aber das schmeckt doch nicht” des Körpers lieb gewinnen. Lebensmittel, die wir bisher nur unter Aufwendung großer Willenskraft gegessen oder gar gemieden haben, können wir ebenfalls mit der Zeit zu unseren Favoriten machen. Wenn Sie möchten, können Sie also lernen, den Geschmack von den Lebensmitteln zu genießen, die gleichzeitig auch gesund für Ihren Körper sind. Sie müssen allerdings auch hier wieder die 3. Phase: «Der Kopf sagt: Das ist gesund! Und der Körper sagt: Das schmeckt scheußlich! durchlaufen, indem Sie sich eine Zeit lang nur nach dem Kopf richten. Der Tag wird jedoch kommen, an dem Sie wieder nach dem Gefühl gehen können, das dann diese gesunden Produkte verlangt.

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