Schulen in Gambia: Warum das Land unsere Hilfe benötigt

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Die präsidiale Republik Gambia in Westafrika erlangte 1965 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Zuvor wurde das Land permanent ausgebeutet und zugleich erlangte Gambia traurige Bekanntheit, weil Gambia der zentrale Transportweg für den Sklavenhandel war. Das Ufer bei Jaffareh war dabei ein wichtiger Umschlagplatz. Heute ist dieser Platz Weltkulturerbe und ein großer Gedenkort.

Durch die tragische Historie des Landes sind Fachkräfte kaum vorhanden. Beim Bau des neuen Flughafens setzt das Land vor allem auf Hilfe von westlichen Ländern. Insgesamt zählt das Land über zwei Millionen Einwohner, wobei der Alphabetisierungsgrad bei Erwachsenen (über 15 Jahren) bei schätzungsweise 55,6 Prozent (2015) liegt. Im Jahr 2000 war der Wert deutlich dramatischer, denn damals lag der Wert bei nur 36,8 Prozent.

Bildung ist die Lösung für alle Probleme des Landes

In einem der kleinsten Ländern in Afrika ist vor allem die Bildung der Schlüssel für die Problemlösung. Durchaus gibt ein offizielles Schulprogramm, welches im Übrigen an das britische System angelehnt ist, dennoch gibt es hierbei noch große Probleme — insbesondere, weil es keine Schulpflicht gibt.

Generell müssen Schulen auch aus eigener Tasche finanziert werden, Lehrer werden jedoch staatlich eingestellt. Eine Besonderheit sind dagegen gehobene Privatschulen, die mit 180 Euro pro Monat für die Mehrheit unbezahlbar sind. Das durchschnittliche Gehalt eines Erwachsenen liegt im Lande allerdings bei nur 120 Euro im Monat. Sofern das Kind allerdings keine Schulbildung genießt, kommt es zu einem großen Defizit in der Arbeitswelt.

Das Land benötigt neue Schulen

Damit mehr Kinder durch eine Schulbildung profitieren, hat es sich der Verein Wegfrei International e. V. zur Aufgabe gemacht, neue Schulen aufzubauen. Kürzlich besuchten die Organisatoren Daniel Herrmann und Manuel Hanetzok eine bereits seit Jahren existente Schule, die jedoch keineswegs perfekt war.

Die Organisation aus der jungen Stadt Waldkraiburg möchte mit fähigen Lehrkräften aus dem Land und mit neuen Möbeln und Utensilien den Bildungsgrad der neuen Generation erhöhen. Hierfür wurden bereits 3.500 Euro aus dem Privatvermögen aufgewendet. Für künftige und größere Projekte im Bildungssektor muss der Vorstand aber auf Spenden zurückgreifen.

Um sich hieran zu beteiligen sind Einmalspenden oder sogar eine Fördermitgliedschaft gerne gesehen. Das Geld wird lediglich in den Projekten verwendet, eine Bearbeitungsgebühr oder ähnliches gibt es bei Wegfrei International nicht.

Kleine Aufmerksamkeiten für Schüler

Den Kindern ist durchaus bewusst, wie wertvoll die Schulzeit ist. Ein Bild davon konnten sich die Verantwortlichen des Vereines machen, indem sie eine Unterrichtsstunde in der Schule eines Dorfes anwesend waren.

Der Schulalltag kann und sollte durchaus mit Kleinigkeiten aufgelockert werden. Dafür wurden Süßwaren aus dem angrenzenden Local Shop besorgt. Die Kinder zeigten sich sehr erfreut über die kleine Aufmerksamkeit.

Generell sind die Kinder immer sehr an Menschen aus Deutschland interessiert, denn vor allem Deutsche zeigen sich bei Aufenthalten in Gambia äußerst freundlich und zuvorkommend. Dies wurde den Initiatoren im Laufe des Projektes in Gambia häufig berichtet und gezeigt.

Der Wegfrei International e. V. unterhält für diese Dinge ein eigenes Spendenprojekt. Durch diese Gelder werden Fußbälle, Wasser oder auch eine kleine Anzahl an Süßwaren finanziert. Hierbei steht stets das Wohl der Schulkinder im Vordergrund.

Das ist Gambia

Die Hauptstadt ist Banjul, hier liegt auch der Flughafen. Allerdings ist die Hauptstadt mit circa 30.000 Einwohnern vergleichsweise klein. Die größte Stadt nennt sich Serekunda mit 70.000 Einwohnern, hier ist das echte Gambia zu betrachten. Besonders sehenswert ist dabei der Markt.

Das Land ist komplett von Senegal umschlossen, weshalb die Geschichte beider Länder ziemlich identisch ist. Gambia hatte ich als „The Gambia“ abgespalten und die Landesgrenze wurde anhand des gleichnamigen Flusses vergeben.

Touristen aus Gambia fahren nicht selten nach Senegal für eine umfangreiche Safari, welche über 16 Stunden in Anspruch nehmen kann. Ansonsten trägt „The Gambia“ den Beinamen „Smiling Coast of Africa“ und tatsächlich ist es so, dass die Menschen ziemlich freundlich sind und oft lachen. Nicht selten werden Touristen daher auch in Gespräche eingebunden — nicht nur, um etwas zu verkaufen. Gleichzeitig ist das Land ähnlich idyllisch wie die Liparischen Inseln.

Die Amtssprache ist Englisch, dies könnte sich aber in den nächsten Jahren ändern. Ansonsten ist zu berücksichtigen, dass über 90 Prozent der Menschen Muslime sind, daher gibt es — nicht überall — die täglichen Rufe des Muezzins. Allerdings wird der Islam in Gambia äußerst modern und liberal ausgelebt. Verschleierungen sieht man als Tourist gar nicht und Alkohol und Zigaretten können ganz normal gekauft werden.

Sofern ein Urlaub in Gambia ansteht, sollte das Geld nur in Hotels gewechselt werden. Am Flughafen besteht auch die Möglichkeit, darauf wird sogar von der jeweiligen Tourismusagentur verwiesen — diesen Service jedoch nicht in Anspruch nehmen. Nicht selten werden weniger Dalasi ausgegeben, als eigentlich zustehen würden. Bargeld ist generell sehr wichtig, denn die Bankautomaten sind nicht sonderlich zuverlässig.

Ob ein Urlaub in Gambia möglich ist? Auf jeden Fall, aber längst ist das Land noch kein ideales Reiseziel, wie es zum Beispiel die Balearen sind. Das westafrikanische Land ist erst seit circa drei Jahren auf Touristen bestrebt.

 

  • Seit 1965 unabhängig (zuvor Kolonie Großbritanniens)
  • Sehr friedliches und freundliches Land
  • Eines der kleinsten Ländern in Afrika
  • 45 Prozent der Menschen sind unter 15 Jahre Alt
  • 60 Prozent der Menschen leben auf dem Land
  • Kaum Industrie; Gelder insbesondere aus Erdnuss-Handel und Tourismus
  • Dörfer oft ohne Wasser und Strom

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